Selberlesen oder Verschenken - dazu einige Tipps von uns.
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Die folgenden Buchtipps gibt es bereits als Taschenbuch:

Asymmetrie Lisa Halliday

Mary-Alice, 27 Jahre alt und Assistentin in einer Literaturagentur, hat ein Verhältnis mit Esra, einem berühmten 70-jährigen New Yorker Schriftsteller. Er ist Philip Roth nachempfunden, mit dem Lisa Halliday vor vielen Jahren eine Affäre hatte. Es könnte ein reines Klischee sein: der alternde Schriftsteller mit seiner ihn bewundernden Muse. Aber so wird die Geschichte nicht erzählt, denn Mary-Alice bestimmt jederzeit selbst, welche Rolle sie übernehmen will. Außerdem hat sie selbst schriftstellerische Ambitionen; ihren eigenen Roman lesen wir im zweiten Teil des Buches. Aus der Ich-Perspektive wird die Geschichte von Amar, einem irakisch-amerikanischen Ökonomen erzählt, der auf einer Reise in den Irak im Londoner Flughafen festgehalten wird. Er gilt als „Gefährder“ und wird dort stundenlang verhört. In den Wartezeiten dazwischen rekapituliert er seine Familiengeschichte. Unglaublich, wie treffsicher Lisa Halliday in ihrem Debüt zwischen Erzählstilen und Erzählperspektiven wechseln kann um die „Asymmetrien“ zwischen Mann und Frau, Jung und Alt, weißem Amerikaner und muslimischem Migrant darzustellen. Hanser 2018

Tage mit Ora Michael Kumpfmüller

Der Ich-Erzähler, ein Soziologe, lernt die Kunstschneiderin Ora auf einer Hochzeitsparty kennen.
Sie fühlen sich zueinander hingezogen und beschließen, eine zweiwöchige Reise an der Westküste der USA zu unternehmen. Es soll offen bleiben, ob dabei eine Liebesbeziehung entsteht oder nicht. Denn jeder hat einiges an Seelengepäck mit dabei: beide haben eine Trennung hinter sich, beide nehmen dieselben Psychopharmaka um Ängste und Traurigkeit im Zaum zu halten. Kann das was werden? "Wir waren Zitterkinder. Wir nahmen Tabletten, und wir machten zusammen diese Reise, was ja hieß, dass alles Etappe war, ein lustvolles Stochern im Nebel und, wenn es gut ging, ein großer Spaß.“ Mit großer Leichtigkeit und zärtlichem Humor erzählt Michael Kumpfmüller von der Annäherung zweier komplizierter Menschen. Ist das eine Liebesgeschichte? Das entscheidet der Leser. Kiepenheuer & Witsch 2018

Ein Gentleman in Moskau Amor Towles

Graf Alexander Rostow ist 30 Jahre alt als er 1922 zu lebenslangem Hausarrest im Moskauer Luxushotel Metropol verurteilt wird. Bisher hat er dort eine Suite bewohnt, jetzt ist es eine Dienstbotenkammer. Als Gentleman alter Schule macht Alexander das Beste aus seiner Situation: mit vollendeten Manieren und liebenswürdigem Charme begegnet er jedem im Haus und nimmt schließlich die Stelle eines Kellners an. Sein Leben ändert sich dramatisch, als ihm eines Tages eine alte Freundin ihre kleine Tochter Nina anvertraut. Was als kurzfristige Notlösung gedacht war, wird zum Dauerzustand: das Mädchen wächst im Hotel auf und Alexander übernimmt die Verantwortung für sie. Welche Zukunft wird es für die beiden geben? Und wird Alexander das Hotel jemals wieder verlassen können?
Kaum vorstellbar, dass ein Roman, der ausschließlich im Mikrokosmos eines Hotels spielt, derart fesselnd ist, zudem humorvoll und mit viel Esprit erzählt. Zugleich ist es eine Zeitreise durch die Geschichte Moskaus, von der Zarenzeit bis zum Beginn des Kalten Krieges. Ein rundum gelungenes Buch. Ullstein 2018

Stellt euch vor, ich bin fort Adam Haslett

Die Ehe von John und Margaret steht von Anfang an unter einer schweren Belastung: John leidet phasenweise unter schweren Depressionen. Sie bekommen drei Kinder, jahrelang gelingt ihnen ein einigermaßen normales Familienleben. Doch eines Tages, die Kinder sind schon fast erwachsen, ist das „Ungeheuer“ wieder da. John verzweifelt und nimmt sich das Leben. Der Roman erzählt nun den weiteren Lebensweg von Margaret und ihren drei Kindern aus wechselnder Perspektive. Celia wird Sozialarbeiterin und scheut sich, selbst eine Familie zu gründen, Alec, der Journalist, braucht lange um einen Lebenspartner zu finden. Beide kümmern sich um Ihren älteren Bruder Michael, der offenbar die Veranlagung seines Vaters geerbt hat und unter schweren Angst- störungen leidet.
Ist die Familie eher Verhängnis oder ein Ort, der Hilfe und Halt verspricht? Darüber hat Haslett einen großen und erschütternden Familienroman geschrieben, der für mehrere Preise nominiert wurde. Rowohlt 2018

Heimkehren Yaa Gyasi

Die Schwestern Effia und Esi werden in Ghana im 18. Jahrhundert geboren. Die eine wird als Sklavin nach Amerika verkauft, die andere heiratet einen britischen Offizier, der die Verschiffung der Sklaven organisiert. Der Roman erzählt die Geschichte der Kinder und Kindeskinder dieser beiden Frauen. Jeweils kapitelweise wechselnd zwischen Amerika und Ghana wird bildmächtig und mit großer erzählerischer Kraft das facettenreiche System der Sklaverei beschrieben, an dem auch afrikanische Stammeshäuptlinge beteiligt waren, ein Aspekt, der wenig bekannt ist. Die vorerst letzten Nachkömmlinge der beiden Familien, Marjorie und Marcus leben im heutigen Amerika und lernen sich zufällig kennen. So schließt sich der Kreis.
Yaa Gyasi, die schon als Kind aus Ghana in die USA gekommen ist, hat sieben Jahre intensiv für diesen Roman recherchiert – unbedingt lesenswert! DuMont 2018

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