Selberlesen oder Verschenken - dazu einige Tipps von uns.
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Ein Mann der Kunst Kristof Magnusson

Da gibt es auf der einen Seite die Mitglieder eines Museums-Fördervereins. Im Zuge einer Museumserweiterung und durch den durchaus kreativen Umgang mit der Bürokratie wollen sie den Neubau einem einzigen Künstler widmen. Auf der anderen Seite steht der Künstler KD Pratz. Einer der bekanntesten zeitgenössischen Kunstschaffenden, dessen Werke sich seit Jahrzehnten zu hohen Preisen verkaufen. Er wäre der ideale Kandidat für das geplante Projekt. Finden zumindest einige Fördervereinsmitglieder. Wären da nicht die anderen Mitglieder und KD Pratz selbst. Seit Jahren lebt der Künstler zurückgezogen auf einer Burg am Rhein, empfängt keinerlei Besuch und lässt die Welt wissen, was er von ihr hält – und das ist meist nicht sehr viel. Doch KD Pratz ist sehr wohl um seinen Nachruhm besorgt, weiß sich in seiner Renitenz zu inszenieren und stimmt daher einem Treffen zu. Da nun so ein Kunst-Förderverein grundsätzlich gerne reist, und das eigene Ego sich noch viel besser in der Aura eines großen und eigentlich menschenscheuen Künstlers entwickelt, stimmen schließlich alle Mitglieder einer Wochenendexkursion zu. Bringt man jetzt beide Seiten zusammen, so entfaltet sich ein Potential an Möglichkeiten, denn die Mitglieder des Fördervereins stehen dem Künstler bisweilen in ihrer Exzentrik in nichts nach. Kristof Magnussons Roman ist eine sehr unterhaltsame Satire auf die Licht- und Schattenseiten des Kunst- und Kulturbetriebs mit großartigen Charakteren und Einfällen (Stichwort: Parkettkäfer). Er ist aber auch oder gerade deshalb ein so großes Lesevergnügen, weil der Autor nebst all der Scharfzüngigkeit und Spitzen mit einem wohlwollenden Auge auf seine Figuren blickt und sie als menschlich zeichnet. Kunstmann 2020

Sapiens - Der Aufstieg Yuval Noah Harari

Wie war es möglich, dass sich von all den Lebewesen ausgerechnet ein physisch mäßig ausgestatteter Affe die Welt untertan machte? Yuval Noah Hararis Sachbuchbestseller ‚Eine kurze Geschichte der Menschheit‘ wird nun als Graphic Novel in eine neue Form gegossen, in der zwei Medien sich verbinden. Bild und Text stehen hier gleichberechtigt nebeneinander und ergeben in diesem Fall mehr als die Summe ihrer Einzelteile. Der Text lebt von einer unterhaltsamen und intelligenten Wissensvermittlung. Yuval Noah Harari tritt in ‚Sapiens‘ selbst auf und geht der Sache mit seiner Nichte Zoe und anderen detektivisch nach. Die Zeichnungen von Daniel Casanave und David Vandermeulen haben etwas skizzenhaftes und wirken in ihren eher gedeckten Farbigkeit unaufgeregt und souverän. Dies steht im spannenden Kontrast zu der großen Wissensmenge die auf knapp 250 Seiten vermittelt wird. Die einzelnen Bilder sind häufig reich an oft witzigen Details, die gerne kleine Geschichte neben der eigentlichen erzählen.
Diese Graphic Novel macht auch deshalb Spaß, weil sie nicht nur für eine bestimmte Zielgruppe funktioniert: sie eignet sich für den wissenschaftsbegeisterten Jugendlichen genauso wie für den Liebhaber von Graphic Novels oder für den an der Thematik interessierten Erwachsenen. Selbst für diejenigen, die bereits Yuval Noah Hararis Sachbuch kennen. Letztere mögen vielleicht von der Neugier getrieben sein, eine so große Wissensmenge kongenial heruntergebrochen und in ein neues Medium übersetzt zu sehen – und kleine Änderung und Unterschiede an der ein oder anderen Stelle zu entdecken. Band 1 von 4. C.H.Beck 2020

Offene See Benjamin Myers

England 1946. Nach dem Schulabschluss hat Robert keine anderen Zukunftsaussichten als im Bergbau zu arbeiten. Doch zuvor will er ein einziges Mal das Meer sehen. Über Wochen hinweg ist er zu Fuß in der Natur unterwegs, findet immer wieder für eine Zeitlang Arbeit und Unterkunft, dann geht es weiter. Schließlich hat er sein Ziel erreicht: Die offene See! Hier lernt er Dulcie kennen, eine ältere, ganz und gar unkoventionelle Frau, die ein abgelegenes Cottage bewohnt. Durch sie tut sich für ihn eine ganz neue Welt auf: die Welt der Kunst und des unbekümmerten Genießens jenseits von Wohlanständigkeit und Pflichterfüllung, vor allem aber die Welt der Dichtung. Doch er spürt in ihr auch einen tief verborgenen Schmerz. Als er auf ihrem verwilderten Grundstück eine halb verfallene, aber einst liebevoll eingerichtete Hütte renoviert, macht er einen Fund, der das Leben für beide tiefgreifend verändert. „Offene See“ erzählt einfühlsam und mit großer Bildkraft, wie die Begegnung mit Natur und Dichtung einem jungen Menschen die Richtung weist. Ein rundum beglückendes Leseerlebnis! DuMont 2020

Sweetest Fruits Monique Truong

Drei Frauen erzählen von ein und demselben Mann: es ist Lafcadio Hearn (1850 – 1904 ), ein Reporter und Schriftsteller, der in vielen Ländern unterwegs war. Ein ruheloser und bindungsscheuer Geist, der schließlich in Japan seine Wahlheimat fand und zum vielbeachteten Kenner der vormodernen japanischen Kultur wurde.
Wir hören von Rosa, seiner griechischen Mutter, die ihrem Mann, einem britischen Arzt nach Irland folgt, wo sie es nicht lange aushält und ihren Sohn verlässt, als er zwei Jahre alt ist. Von Alethea, seiner ersten Frau, die er in Cincinnati kennenlernt. Sie ist Köchin in der Pension, in der er untergekommen ist, eine freigelassene Sklavin und Analphabetin. Und schließlich von seiner zweiten Frau, Setsu, die aus einer vornehmen, aber völlig verarmten Samuraifamilie stammt. Alle drei erzählen von der Sehnsucht nach Nähe und Zugehörigkeit und zugleich von unüberwindbarer Fremdheit. Sprachlich virtuos gibt Monique Truong jeder Frau, entsprechend ihrer Herkunft, eine ganz eigene Stimme, mit der sie nicht nur von Lafcadio erzählen, sondern vor allem von sich selbst. C.H. Beck 2020

Was Nina wusste David Grossman

Nina lebt am Ende der Welt und vermeidet den Kontakt zu ihrer Mutter Vera, die in demselben Kibbuz lebt wie ihr Ex-Mann Rafi. Auch von ihrer Tochter Gili will sie nichts wissen. Doch an Veras 90.Geburtstag treffen sich alle, und Gili, die seit langem unter den Geheimnissen leidet, die die Familie belasten, schlägt eine gemeinsame Reise zur kroatischen Gefängnisinsel Goli Otok vor. Dort war Vera nach dem Krieg als politische Gefangene unter Tito inhaftiert. Eine verstörende Geschichte kommt auf dieser Reise zutage; ihre geliebte Großmutter hatte damals als politische Aktivistin eine verhängnisvolle Entscheidung gefällt, die Nina jeden Halt im Leben verlieren ließ. Ihre eigenen Lebensprobleme sieht Gili dadurch in einem neuen Licht. David Grossman erzählt in diesem beeindruckenden Roman von einem transgenerationellen Trauma, das auf einer wahren Geschichte beruht und den Leser / die Leserin lange nicht loslässt. Hanser 2020

Writers & Lovers Lily King

Als ihre Mutter plötzlich stirbt und ihr Freund sie aus heiterem Himmel verlässt, verliert Casey den Boden unter den Füßen. Ohne einen richtigen Plan und durch ihr Studium hochverschuldet, schlägt sie sich in Boston als Kellnerin durch. Nur eines steht fest: sie will unbedingt Schriftstellerin werden. An ihrem ersten Roman arbeitet sie allerdings schon seit sechs Jahren und die Selbstzweifel mehren sich. Außerdem kämpft sie nicht nur mit dem Schreiben, sondern auch mit der Liebe zu zwei ganz unterschiedlichen Männern, die aber vor allem mit sich selbst beschäftigt sind. Schließlich kommt der psychische Absturz. Aber das ist nicht das Ende… Lily King beschreibt in ihrem autobiographisch gefärbten Roman mit Humor und Empathie die Entwicklungsgeschichte einer jungen Frau, die sich trotz vieler Widrigkeiten nicht von ihrem Lebenstraum abbringen lässt. C.H.Beck 2020

Die verschwindende Hälfte Brit Bennett

Die Zwillinge Stella und Desiree wachsen in den 50er-Jahren in dem kleinen Ort Mallard in Lousiana auf. Die Bewohner sind hellhäutige Schwarze. Denn über Generationen hinweg wurde immer möglichst hellhäutig geheiratet. Mit sechzehn flüchten die Zwillinge aus ihrem ärmlichen Elternhaus nach New Orleans und halten sich mit einfachen Jobs über Wasser, bis Stella sich eines Tages als Weiße ausgibt, um eine Sekretärinnen-Stelle zu bekommen. Fortan verlaufen die Lebenswege der beiden getrennt: Stella heiratet ihren weißen Chef, der nichts von ihrer Herkunft ahnt. Sie verschwindet spurlos. Desiree heiratet den dunkelsten Mann, den sie finden kann. Als ihre beiden Töchter, die eine weiß, die andere schwarz, sich zufällig kennenlernen und herausfinden, dass sie verwandt sind, kommt es nach vielen Jahren zu einem Wiedersehen ihrer Mütter. Brit Bennetts Roman ist spannend erzählt und ein leidenschaftliches Plädoyer für Vielfalt und Akzeptanz, nicht nur in Sachen Hautfarbe. Rowohlt 2020

Der steinerne Engel Margaret Laurence

Hagar Shipley ist über 90 und keine angenehme Zeitgenossin: kratzbürstig, misstrauisch und undankbar macht sie ihrem Sohn Marvin („Trottel“) und seiner Frau Doris („dumme Trutsche“) das Leben schwer. Die beiden wohnen bei ihr im Haus und sie wehrt sich erbittert dagegen, ins Seniorenheim „Silberfaden“ umzuziehen, als ihre Kräfte schwinden. Schließlich flieht sie bei Nacht und Nebel ins Ungewisse. Die Reise wird auch zur Reise in die Vergangenheit: hinter ihr liegt ein mühseliges Leben voller, auch selbst verschuldeter Fehlschläge und ein tragisches Ereignis, das sie nie verkraftet hat. Fasziniert folgt man dem Gedankenstrom dieser unbequemen Frau bis zu seinem Ende.
In Kanada wird Margaret Laurence (1926 – 1987) in einem Atemzug mit Alice Munro und Margaret Atwood genannt – zu Recht! Eisele, 2020

Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise Jean-Paul Dubois

Warum sitzt ein unauffälliger Mensch wie Paul Hansen im maroden Gefängnis von Montréal? Der in Frankreich aufgewachsene Sohn eines dänischen Pastors und einer Kinobesitzerin hatte schon einiges hinter sich, bevor er seine Berufung als Hausmeister in einer exklusiven Wohnanlage in Kanada fand. Ein Vierteljahrhundert lang lief alles rund, von der Heizungsanlage bis zum sozialen Miteinander, bis eines Tage ein neuer Verwalter das Sagen hatte. Er machte Paul das Leben zur Hölle und eines Tages brannte bei ihm die Sicherung durch.... Nun erträgt er mit stoischer Ruhe seinen Zellengenossen Patrick, einen furchteinflößenden Hells-Angels-Biker, der jedoch beim Anblick einer Maus in Panik gerät. Dabei lässt er sein Leben Revue passieren. Dubois hat einen melancholischen, lebensklugen und komischen Roman geschrieben, für den er 2019 den Prix Goncourt erhielt – ein großes Lesevergnügen! dtv 2020

Die Unschärfe der Welt Iris Wolff

Samuel kommt Anfang der 1970er-Jahre auf einem kleinen Pfarrhof im Banat zur Welt. Sein Vater Hannes betreut eine kleine, vorwiegend deutsche Kirchengemeinde, das Dorfleben ist aber durch ethnische Vielfalt geprägt und verläuft weitgehend harmonisch. Samuel ist still und zurückhaltend und fühlt sich am wohlsten bei den Frauen der Familie: Bei seiner schweigsamen Mutter Florentine und bei der Großmutter Karline, die eine geborene Geschichtenerzählerin ist. Außerdem fühlt er eine tiefe Verbundenheit mit Stana, seiner Freundin seit Kindertagen. Allerdings stellt sich heraus, dass ihr Vater als Spitzel beim rumänischen Geheimdienst arbeitet und zunehmend zur Bedrohung wird. Als schließlich auch Hannes zum Verhör einbestellt wird, beschließt Samuel zu fliehen...
In einer wunderbaren, wie schwebenden Sprache, die zugleich voller sinnlicher Details ist, erzählt Iris Wolff von Verlust und Neuanfang und von Verbundenheit über Grenzen hinweg. Es ist ein Roman zum Langsamlesen, es zählt jeder Satz. Er wurde 2020 für den Deutschen Buchpreis, für den Bayerischen Buchpreis und den Wilhelm-Raabe- Preis nominiert. Klett-Cotta 2020

Luftgänger Jewgeni Wodolaskin

2019 ist der Roman des 1964 geborenen russischen Schriftstellers Wodolaskin erschienen, der zu wenig Beachtung fand. Deshalb soll er hier empfohlen werden:
Ein Mann erwacht in einer Klinik, sorgsam von einem Arzt und einer Krankenschwester betreut. Er war in den 30er Jahren auf einer Gulag-Insel als Experiment eingefroren worden. Jetzt, Jahrzehnte später, ist er der erste Mensch, an dem das Auftauen gelungen ist. Schritt für Schritt findet er seine Identität wieder – oder nur seine Geschichte? Er ist so alt, wie das Jahrhundert, hat aber ca. 60 Jahre „geschlafen“. Wie kommt ihm die Vergangenheit im Vergleich zum heutigen Leben vor? Was ist für ihn „die Zeit“?
Es sind existentielle Fragen, es ist ein kurzer Gang durch das russische 20. Jahrhundert, es ist auch eine Liebesgeschichte. Und all das beinahe traumwandlerisch leicht und mit Poesie erzählt, ohne Kitsch und ohne Klamauk. Ein tolles Buch. Aufbau Verlag 2019

Jenseits der Erwartungen Richard Russo

Lincoln, Teddy und Mickey waren auf dem College eng befreundet. Nun treffen sie sich nach vielen Jahren wieder, auf der Insel Marthas Vineyard, wo Lincoln ein Ferienhaus besitzt. Sie tauschen sich über ihre unterschiedlichen Lebenswege aus: Lincoln ist Immobilienmakler geworden und hat als einziger eine Familie gegründet, Teddy ist Kleinverleger für religiöse Schriften und Mickey tourt als Musiker durch die Gegend. Schließlich kreisen die Gespräche um eine ganz bestimmte Erinnerung: Vor 44 Jahren waren sie schon einmal hier, gemeinsam mit Jacey, einer hinreißenden jungen Frau, in die alle drei verliebt waren. Doch nach jenem Wochenende war Jacey für immer spurlos verschwunden und alle Nachforschungen vergeblich. Was ist damals passiert? Mißtrauen schleicht sich ein: Weiß einer von den dreien vielleicht mehr als er zugibt?
Der Pulitzerpreisträger Richard Russo zeigt sich auch in seinem neuen Roman wieder als großer Erzähler und Menschenkenner. Voller Sympathie folgt man den Lebensgeschichten der drei Freunde, die sich oft genug „jenseits der Erwartungen“ entwickelt haben. DuMont 2020

Die Bagage Monika Helfer

Josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren vier Kindern am Rand eines Bergdorfes in Vorarlberg. Sie sind die Abseitigen, die Armen, die Bagage. Dass Maria fast überirdisch schön ist, verstärkt ihr Außenseiterdasein noch. Als der erste Weltkrieg beginnt, wird auch Josef zur Armee eingezogen. Die Familie wird zunächst vom Bürgermeister mit Lebensmitteln unterstützt, doch der verfolgt dabei eigene Interessen. Josef kommt zwei Mal für wenige Tage heim, dann gehen bis zum Ende des Krieges nur noch kurze Briefe hin und her. Maria bekommt in dieser Zeit ein weiteres Kind, Margarethe, es ist die Mutter der Erzählerin. Doch der Vater wird nach seiner Heimkehr dieses Kind niemals anschauen und nie ein Wort mit ihm sprechen. Er ist überzeugt, nicht der Vater zu sein.
Monika Helfer verschränkt in ihrem schmalen Roman äußerst kunstvoll die Geschichte Marias mit ihrer eigenen Lebensgeschichte. Aber auch das Erleben der Kinder und ihre weitere Entwicklung wird eindrucksvoll beschrieben: Wie wirken sich die Beschädigungen in der Kindheit über die Jahre und sogar über Generationen hinweg aus? Dass die Autorin zudem für ihren „Dorfroman“ einen ganz eigenen Sprachstil entwickelt hat, macht ihn zu großer Kunst. Hanser 2020

Serpentinen Bov Bjerg

Ein Mann macht mit seinem 7-jährigen Sohn eine Reise zu den Orten seiner Kindheit. Der Junge genießt es, in Serpentinen über die Schwäbische Alb zu fahren; er ahnt nicht, was in seinem Vater vorgeht, dass es ein Ausflug ist, bei dem es um Leben und Tod geht. Der Ich-Erzähler hat sein ganzes Leben lang gegen ein Familienverhängnis angekämpft: Vater, Großvater und Urgroßvater haben sich umgebracht, nun hat auch ihn die Depression fest im Griff. In inneren „Serpentinen“ reist er durch Kindheit und Familiengeschichte, beide geprägt vom autoritären Erbe der Nazi-Vergangenheit und von der Sprachlosigkeit des „Familienblala“. Er will kein „Scheißvater“ sein wie sein eigener Vater, sieht keinen Ausweg und fasst einen düsteren Vorsatz.
In kurzen, staccatohaften und sehr eindringlich geschriebenen Passagen, die nach und nach einen ungeheuren Sog entwickeln, erzählt Bov Bjerg von einem bedrückenden familiären Erbe. Und sehr glaubwürdig auch davon, wie man ihm schließlich doch entkommen kann. Claassen 2020

West Carys Davies

Pennsylvania 1815. Cy Bellmann lebt mit seiner 10-jährigen Tochter Bess recht ärmlich von seiner Maultierzucht auf einer abgelegenen kleinen Farm. Da liest er eines Tages in der Zeitung von einem unglaublichen Fund in Kentucky: es handelt sich um riesige Tierknochen längst ausgestorbener Tiere. Cy ist überzeugt, dass diese Tiere noch leben und will sie unbedingt in der Wildnis finden – ein verrücktes Unterfangen, für das er alles auf‘s Spiel setzt. Er gibt seine Tochter in die Obhut seiner Schwester und reitet quer durch den Kontinent nach Westen. Ein junger Indianer, der traumatische Erfahrungen mit weißen Siedlern hinter sich hat, führt ihn den Missouri entlang. Kann er ihm trauen? Und wie geht es mit Bess weiter, die unter ihrer unfreundlichen Tante leidet und als einzige an das Vorhaben ihres Vaters glaubt?
Carys Davies erzählt eine verrückte Abenteuergeschichte; knapp, spannend und zugleich voller Poesie – mit einem furiosen Finale. Unbedingt lesenswert! Luchterhand 2019

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